ausbildungsverlauf

Dazu wirst Du nicht nur das Starten im Flugzeugschlepp, Fliegen, Aufwindsuchen und -finden sowie Landen eines Segelflugzeugs kennen lernen, sondern auch alles Nötige an Praxis und Theorie darum herum: Wetter (sowohl Energie- wie auch Gefahrenquelle), Informationsbeschaffung, Flugmaterial und -handhabung am Boden, Flug- und Notverfahren, verhaltens- und Verkehrsregeln in Flugplatznähe/in der Thermik/am Hang/um Wolken, psychische und physische Besonderheiten und Grenzen des Menschen, Lufträume und Luftfahrtkarten, Flugfunk, Luftrecht, Aerodynamik usw.

Die gesamte praktische Ausbildung wird durch ehrenamtlich tätige, aber lizenzierte Fluglehrer im Rahmen einer durch das Luftamt bewilligten Flugschule durchgeführt, anfänglich am Doppelsteuer, irgendwann dann alleine. Die Ausbildung ist zeitintensiv, wenn sie in vernünftiger Zeit erfolgreich abgeschlossen werden will. Wir empfehlen dringend, dass sich Flugschüler spätestens Ende Jahr entschlossen haben, die Ausbildung im kommenden Frühling und Sommer konsequent durchzuziehen, und die dazu nötigen Vorbereitungen bis im März weitgehend abgeschlossen haben. Andernfalls verteilt sich die Ausbildung über mehr als ein Jahr, und ist weniger befriedigend.

Die praktische Schulung findet statt jeden Samstag von 9 - 18 Uhr von anfangs April bis Ende Oktober, gemäss einer Einsatzliste der Fluglehrer, und auf geeigneten doppel- und einsitzigen Segelflugzeugen. Zusätzlich werden je nach Bedarf evtl. auch Wochenkurse durchgeführt. Meist im August und September wird samstags und sonntags auch mit der Seilwinde geschult. An Schulungstagen ist in der Regel die Präsenz über den ganzen Tag erwünscht, um die anfallenden Tätigkeiten gemeinsam durchzuführen.

Da wetterbedingt nicht immer geschult werden kann, empfehlen wir, dass Flugschüler ab anfangs April mindest etwa jeden zweiten Samstag für die praktische Schulung einplanen, d.h. eine relativ hohe Bereitschaft zur regelmässigen Teilnahme am Schulungsbetrieb mitbringen. Pro Flugtag - je nach Programm und Andrang - sind pro Flugschüler 4 bis 6 Flüge realistisch und sinnvoll. Insgesamt dauert eine konsequent angegangene Ausbildung etwa 60 bis 80 Flüge, in besonderen Fällen sowie bei häufigen längeren Unterbrüchen aufgrund des langsameren Lernfortschritts auch mehr.

Die Erfahrung zeigt auch, dass mit zunehmendem Alter die Zahl der benötigten Schulflüge ansteigt, da doch eine Vielzahl von parallel zu beherrschenden anfänglich komplexer Aufgaben sicher koordiniert werden will. Nichtsdestotrotz haben Flugschüler jeden Alters und jeder Berufsbildung ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

Flugschüler mit fliegerischer Vorbildung oder anderen Ausweisen (bspw. Motorfluglizenz) erreichen rascher Alleinflug- und Prüfungsreife und kennen wesentliche Teile der Theorie bereits, müssen aber mit den Konsequenzen grosser Spannweite und Motorenabwesenheit und dadurch anderer Prioritäten und Cockpitarbeit umzugehen lernen. Hängegleiterpiloten sind vor allem beim Thermikfinden sowie bei der Theorie im Vorteil, und durch die grossen Reichweiten nachhaltig begeistern. Flugsimulatorenjunkies lernen oft relativ rasch die Steuerführung eines realen Flugzeugs. Intuitiv orientierte Flugschüler lernen rascher und besser fliegen als kopflastige Flugschüler. Das sichere und zunehmend intuitive Beherrschen eines Segelflugzeugs unterscheidet sich allerdings in gewisser Hinsicht wesentlich von Motorflugzeugen oder Hängegleitern, Simulatoren oder Modellflugzeugen, und muss entsprechend geübt werden.

Besondere Herausforderungen der Flugschüler liegen meist in der Einhaltung der Fluggeschwindigkeit in Abwesenheit eines Motors, im schiebefreien Fliegen und der Ruderkoordination trotz grosser Spannweite und ohne Motor, im nachhaltigen Ziellanden bei allen Windbedingungen ohne jede Chance auf Durchstarten, im Finden unsichtbarer Thermik und Verstehen des Wetters, im präzisen und sicheren Nachfolgen eines Schleppflugzeugs sowie im Kennenlernen des Gleitwinkels.

Zu den Vorbereitungen gehört, dass die Fragen des Flugschülers an die Durchführung der praktischen Ausbildung mit den Fluglehrern geklärt sind, dass der Zeit- und Finanzbedarf sichergestellt ist, dass der amtliche Lernausweis vorliegt, und dass man mit dem Theorieteil zumindest begonnen hat. Die Theorie kann weitgehend autodidaktisch gemacht werden, einschlägige Literatur besteht, ebenso werden dazu von Dritten optionale kostenpflichtige Theoriekurse angeboten. Die Fluglehrer beantworten gerne Deine Fragen dazu bzw. verweisen auf Kurse und Unterlagen.

Eine Vielzahl von amtlichen Erweiterungen schliessen an die Grundausbildung an. Dazu gehören die Berechtigungen, Passagiere mitzunehmen, Kunstflug oder Wolkenflug nach Instrumenten (ohne Sicht) zu machen, an einer Seilwinde zu starten, mit eigenstartfähigen Segelflugzeugen oder Motorseglern zu fliegen usw.

Mit zunehmender Erfahrung wirst Du anspruchsvollere Flugzeuge fliegen wollen, weit weg vom Flugplatz thermische Strecken fliegen wollen, im Föhn-, Wellen- oder Hangwind sowie im Gebirgsflug Erfahrungen sammeln und an Lagern auf anderen Flugplätzen teilnehmen. Dabei werden ungeplante Aussenlandungen auf – ein besonderes Erlebnis – Wiesen und Flugplätzen stattfinden.